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Biodiesel ist in der Produktion etwa doppelt so teuer wie konventioneller Diesel. Um den Absatz zu fördern, war Biodiesel in Deutschland zunächst von der für Kraftstoffe üblichen Besteuerung ausgenommen. Im August 2006 wurde diese Steuerbefreiung teilweise aufgehoben und soll bis 2012 stufenweise weiter abgebaut werden. Um dennoch den Absatz von Biodiesel zu sichern, wurde ein Beimischungszwang für Biodiesel in konventionellen Diesel von derzeit fünf Prozent eingeführt.
Als Rohstoff für die Erzeugung von Biodiesel wird in Europa ausschließlich Rapsöl genutzt. Es wird in Ölmühlen aus den Pflanzensamen gewonnen und dann in Produktionsanlagen zu Biodiesel (chemisch: Rapsmethylester) weiterverarbeitet. Rapssamen haben einen Ölgehalt von 40 bis 50 Prozent. Aus einem durchschnittlichen Ertrag von drei bis vier Tonnen Rapssamen je Hektar Anbaufläche lassen sich zwischen 1.300 und 1.700 Liter Biodiesel gewinnen.
Produktion und Absatz. Die Biodieselproduktion in Deutschland wächst kräftig. Im Jahr 1998 wurden rund 50.000 Tonnen Biodiesel produziert. 2005 waren es bereits 2,3 Millionen Tonnen. 2007 beträgt die Verarbeitungskapazität für Biodiesel 4,8 Millionen Tonnen. Der Inlandabsatz von Biodiesel lag 2005 bei rund 1,8 Millionen Tonnen. Er wird als Reinkraftstoff verkauft oder dem konventionellen Diesel beigemischt.
Anbauflächen: Die zunehmende Nachfrage der Biodieselerzeuger nach Raps hat zu einer starken Ausdehnung der Anbauflächen in Deutschland geführt. Im Jahr 2006 wurde Raps auf insgesamt 1,43 Millionen Hektar oder knapp 12 Prozent aller Ackerflächen angebaut. Auf mehr als zwei Dritteln der Rapsflächen, rund 900.000 Hektar im Jahr 2005, wurde Raps für die Biodieselproduktion erzeugt. Weitere 100.000 Hektar liefern Raps für andere industrielle Verwendungszwecke, etwa technische Öle und Fette. Die restlichen Flächen dienten der Erzeugung von Raps für die Nahrungs- und Futtermittelindustrie.
Landwirte dürfen Raps auf Stilllegungsflächen anbauen, wenn die Ernte ausschließlich im Nicht-Nahrungsmittelbereich genutzt wird. Sie können unter bestimmten Auflagen eine EU-Energiepflanzenprämie in Höhe von 45 Euro je Hektar Rapsanbaufläche erhalten, wenn sie Energiepflanzen auf Nicht-Stilllegungsflächen anbauen. Beide Maßnahmen schaffen zusätzliche Einnahmen für die Landwirte und sichern die Rohstoffversorgung der Biodieselindustrie.
In Zukunft nur noch Biodiesel? Deutschland hat bereits im Jahr 2006 die Vorgabe der Europäischen Union für das Jahr 2010 erreicht und 5,75 Prozent des Dieselverbrauchs aus Biomasse erzeugt. Einer weiteren Ausdehnung des Rapsanbaus sind natürliche und anbautechnische Grenzen gesetzt. Fachleute schätzen das Anbaupotenzial für Raps in Deutschland auf 1,6 bis maximal 1,8 Millionen Hektar. Werden davon künftig 1,5 Millionen Hektar für die Biodieselerzeugung genutzt, könnten mehr als zwei Millionen Tonnen Biodiesel auf Basis heimischer Rohstoffe erzeugt werden. Bei einem Dieselverbrauch von zuletzt insgesamt rund 30 Millionen Tonnen in Deutschland pro Jahr, kann jedoch nur ein Bruchteil des Dieselverbrauchs durch Biodiesel ersetzt werden. |