In den USA ist ein neuer GVO-Mais zugelassen
Bt-Mais gegen den Eine-Milliarde-Dollar-Käfer
In den USA verursacht er immense Schäden: der Maiswurzelbohrer. Nach Europa wurde er erst vor knapp zehn Jahren eingeschleppt und breitet sich seitdem stetig aus. Ein neuer gentechnisch veränderter Mais soll neue Bekämpfungsstrategien ermöglichen. Umstritten ist, wie eine Resistenzentwicklung des Schädlings am besten zu verhindern ist.
Mit einer neuen Bt-Variante gegen den Maiswurzelbohrer
Als neue Option der Bekämpfung des Maiswurzelbohrers wurde Ende Februar 2003 eine gentechnisch veränderte Maislinie (Mon863; YieldGard Rootworm Corn) in den USA genehmigt. Ähnlich wie bei dem bekannten Konzept gegen den Maiszünsler wird auch in diesen GVO -Maispflanzen ein Bt‑Toxin gebildet, das spezifisch gegen den Wurzelbohrer wirkt. Das Gen (cry3Bb1) stammt aus einer Unterart von Bacillus thuringiensis (B. t. ssp. kurmamotoensis), allerdings einer anderen als der, aus der die Gene stammen, die die Bt-Toxine gegen den Maiszünsler bilden und die bereits seit längerem auch in Deutschland getestet werden.
Dieses für die Verwendung in Pflanzen optimierte Gen wurde bereits 2001 von der US-amerikanischen Genehmigungsbehörde EPA bewertet. Jetzt wurde auch die Maislinie, die dieses Gen enthält, befristet und unter Auflagen zugelassen. So muss etwa ein sogenanntes Resistenzmonitoring stattfinden, um frühzeitig die mögliche Entwicklung von resistenten Wurzelbohrern entdecken zu können und geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.
Diskussion um Refugiengröße
Umstritten ist, wie groß die Flächen mit konventionellem Mais sein sollen, die innerhalb von Anbauzonen mit Bt-Mais anzulegen sind. Solche "Refugienflächen" sind ein wesentlicher Teil des Konzepts, mit dem eine schnelle Resistenzbildung beim Maiswurzelbohrer verhindert werden soll.
Die Refugien werden angelegt, damit sich dort die empfindlichen Schädlinge weiter vermehren können. Sollten resistente Insekten entstehen, werden sich diese mit den empfindlichen Schädlingen paaren. Dadurch werden die Resistenzgene in der nächsten Generation wieder "verdünnt", so dass die Verbreitung der Resistenz aufgehalten oder zumindest verlangsamt werden kann.
Diese Strategie funktioniert aber nur, wenn sehr wenige Insekten in dem transgenen Mais überleben. Produzieren die transgenen Pflanzen zu wenig Bt-Toxin, könnte eine große Anzahl der überlebenden Insekten teilresistent sein. Paaren sie sich, können dadurch verschiedene Resistenzen entstehen. Daher ist es sinnvoll und wichtig, dass der Bt-Toxin-Gehalt wie bei den bisherigen Bt-Pflanzen immer relativ hoch ist.
In der neuen, gegen den Wurzelbohrer gerichteten Bt-Maislinie ist er deutlich geringer. Nach Meinung des Agrobiotech-Unternehmens Monsanto, das den neuen Bt-Mais entwickelt hat, reicht der Bt-Toxin-Gehalt aus, um die Schädlinge wirksam zu bekämpfen.
Zwar haben einige Experten zu einem Refugienanteil von 50 Prozent der Anbaufläche geraten, dennoch hat die EPA 20 Prozent angeordnet. Nach Schätzungen der Behörde würde es – bei einem Anbau in den ganzen USA sieben bis sechzehn Jahre dauern, bis es zu einem Problem mit Resistenzen käme.
Monsanto hat die Vermarktung von Saatgut der neuen Bt-Maislinine noch für 2003 angekündigt. Das Unternehmen geht jedoch davon aus, dass sie bis 2005 auf nicht mehr als sechs Prozent der US-Maisanbaufläche angebaut werden wird.
Die Genehmigung ist zunächst auf drei Jahre befristet. Danach wird auch das Refugien-Konzept erneut überprüft.
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