Eliminierung überflüssiger Gensequenzen bei Zuckerrübe
(2001 - 2004) KWS / PLANTA Angewandte Pflanzengenetik und Biotechnologie GmbH, EinbeckThema
Im Rahmen dieses Projektes wurde untersucht, ob sich zwei neue Systeme zur Transformation von Zuckerrübe gleichzeitig dazu eignen, aus der transformierten Pflanze überflüssige Gensequenzen, vor allem nicht mehr benötigte Markergene schnell, effektiv und möglichst in einem Schritt zu entfernen.
Ac/Ds-Transposon -System. Bisher gab es keine Erfahrungen bei der Anwendung von Transposon-Systemen bei Zuckerrübe. Deshalb wurde zunächst die Funktionalität dieses Systems in Zuckerrüben geprüft.
Informationen zum Verfahren:
Homologe Rekombination mit dem Cre/Lox-System unter Kontrolle eines samenspezifischen Promotors . Der Vorteil dieses Systems liegt in der automatischen Eliminierung während der Samenproduktion. Die folgende Generation sollte damit Markergen-frei sein
Informationen zum Verfahren:
Zusammenfassung
Grundsätzlich funktionieren beide Systeme. Bis sie praktisch eingesetzt werden können, sind jedoch noch einige Probleme zu lösen. Das Ac/Ds-Transposon-System funktioniert in der Zuckerrübe. Offen ist derzeit noch, wie häufig diese "Gensprünge" sind und wie weit die Entfernungen zwischen dem alten und neuen Integration sort im Genom sind.
Homologe Rekombination mit dem Cre/Lox-System wurde in Tabak- und Zuckerrübenpflanzen mit einem Promotor erreicht. Ein weiterer Promotor erwies sich als ungeeignet
Versuchsbeschreibung
Das Projekt besteht aus mehreren Schritten und Untersuchungen.
Ac/Ds-Transposon-System
- Erstellung von Vektor konstrukten, in die das Ac/Ds-Transpositionssystem integriert ist.
- Test auf Funktionalität mit Hilfe von Reportergenen , die eine erfolgreiche Neupositionierung der Gene (= Transposition) anzeigen.
- Verbesserung der Effizienz der Transformation von Zuckerrüben; dazu sollen verschiedene Promotoren getestet werden.
- Stabile Transformation in Zuckerrüben
- Analyse des Effekts des Transposons durch molekulare Analysen
Homologe Rekombination mit dem Cre/Lox-System
- Erstellung von Vektorkonstrukten mit dem Cre/Lox-Rekombinasesystem
- Transformation von Ackerschmalwand (Arabidopsis) , Tabak oder Raps, um verschiedene Promotoren zu überprüfen; danach Transformation von Zuckerrübe
- Testung verschiedener Promotoren, die nur im Samen bzw. Embryo reagieren (Samen/Embryospezifität)
- Molekulare Charakterisierung der Transformanten über PCR
Ergebnisse
Grundsätzlich funktionieren beide Systeme. Bis sie praktisch eingesetzt werden können, sind jedoch noch einige Probleme zu lösen.
Das Ac/Ds-Transposon-System funktioniert in der Zuckerrübe. Es konnte sowohl das "Herausspringen" des Markergens als auch seine Reintegration an anderer Stelle im Genom der Zuckerrübe erstmals nachgewiesen werden.
Es wurden auch Nachkommen der transgenen Zuckerrüben erzeugt.
Eine offene Frage bleibt, wie häufig diese durch das AC/DS-System bewirkten "Gensprünge" sind und wie weit die Entfernungen zwischen dem alten und neuen Integrationsort im Genom sind.
|
Homologe Rekombination mit dem Cre/Lox-System. Mit diesem System wurden vierzig unabhängige Tabak-Transformanten erzeugt. Nach Analyse der nächsten Generation (F1) zeigte sich, dass die verwendeten samenspezifischen Promotoren unterschiedlich gut funktionierten:
Bei Tabakpflanzen konnten nach zwei Generationen vollkommen Markergen-freie Pflanzen gefunden werden. Dieses Ergebnis konnte inzwischen bei Zuckerrüben bestätigt werden. Molekulare Analysen belegen die Markergenfreiheit. |



