Prognosemodell für Durchwuchsraps
(2008 - 2011) Julius-Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Institut für Sicherheit in der Gentechnik bei Pflanzen, QuedlingburgThema
Rapssamen können lange Zeit im Boden überdauern, keimen dann oft erst nach Jahren und wachsen als Durchwuchsraps in den Folgekulturen. Wenn gentechnisch veränderter Raps angebaut wird, kann es auf diesem Wege in konventionellen Raps-Folgekulturen zu ungewollten Vermischungen kommen.
Ziel des Projektes ist es, ein Prognosemodell für das Auftreten von Durchwuchsraps zu entwickeln. Zu diesem Zweck sollen die wesentlichen Einflussgrößen der Samenüberdauerung von Raps ermittelt und quantifiziert werden. Die Einflüsse von Sorte, Standortbedingungen, Fruchtfolge und langjähriger Bodenbearbeitung stehen dabei im Vordergrund. Ergebnisse aus Labor- und Feldversuchen der Verbundpartner sowie eigene Erhebungen aus Fragebogen-Aktionen bei Landwirten und Durchwuchsbonituren auf landwirtschaftlichen Praxisschlägen fließen in das Modell ein.
Versuchsbeschreibung
Durchwuchsraps in der landwirtschaftlichen Praxis
Über eine Fragebogen-Aktion soll bundesweit eine repräsentative Anzahl Rapsschläge ermittelt werden, auf denen in den vergangenen zehn Jahren Rapsanbau stattfand und auf denen Rapsanbau für das Aussaatjahr 2009/2010 geplant ist.
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Anhand der Auswertung der Schlagkarteien dieser Flächen wird die Anbaupraxis der letzten zehn Jahre ermittelt. Alle relevanten Anbaudaten sollen statistisch ausgewertet und für das Prognosemodell "Durchwuchsraps" genutzt werden. Feldversuche mit Halbzwerg-RapshybridenIm Anbaujahr 2009/10 sollen ausgewählte Praxisflächen auf Durchwuchsraps hin untersucht werden. Im Rahmen eines Kooperationsvertrages wird den Landwirten Saatgut einer Raps-Halbzwergen-Hybride zur Verfügung gestellt, das auf ausgewählten Teilflächen innerhalb des Rapsfeldes ausgesät werden soll. Halbzwerg-Hybriden besitzen die gleichen Eigenschaften wie konventionelle Rapssorten, werden jedoch nur halb so groß. Während der Blühperiode des Rapsbestandes soll dann auf diesen Teilflächen der Durchwuchsraps aus dem zurückliegenden Rapsanbau visuell erfasst werden. |
Prognosemodell "Durchwuchsraps"
Ein bereits an der Universität Hohenheim (Verbundpartner) verfügbares Prognosemodell zum Auftreten von Durchwuchsraps soll erweitert und hinsichtlich seiner Prognosefähigkeit verbessert werden. Das Prognosemodell soll Landwirte bei der Rapsanbauplanung unterstützen, indem es das Ausmaß an möglichem Durchwuchsraps in Abhängigkeit von Sorte, Standortfaktoren und Anbaumaßnahmen vorhersagbar macht. Die Hilfestellung kann insbesondere bei einem Wechsel von einer transgenen zu einer konventionellen Rapssorte von Nutzen sein, wenn es um die Vermeidung unerwünschter Vermischungen geht. In das Modell werden unter anderem anbaurelevante Informationen von Schlagkarteien und die Ergebnisse der Durchwuchsbonituren einfließen.
Das Projekt ist Teil des Verbundprojektes "Entwicklung und Überprüfung von Confinement-Strategien für Raps". Zwischen den Verbundpartnern Universität Hohenheim, Universität Göttingen und dem Julius-Kühn-Institut (JKI) finden Kooperationen auf Ebene der Laboranalytik, der Nutzung von Versuchsflächen und des Datenaustausches für Modellierungen statt.


