Zucht und Charakterisierung des Maiswurzelbohrers
(2005 - 2008) BTL Bio-Test Labor GmbH SagerheideThema
Der Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica v.virgifera) ist ein aus den USA eingeschleppter Blattkäfer, der in Süd-Ost-Europa fest etabliert ist und sich weiter ausbreitet. Erste Nachweise in Süddeutschland wurden im Sommer 2007 bekannt. Aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung in Maiskulturen gilt der Käfer in den EU-Mitgliedsstaaten jedoch weiterhin als Quarantäneschädling. Um in Deutschland dennoch Forschungsprojekte zur Biologie von Diabrotica durchführen zu können, ist der Aufbau von kontinuierlichen Laborzuchten eine grundlegende Voraussetzung.
In diesem Projekt wurden zwei Hauptziele verfolgt:
|
|
Zusammenfassung
Unter Anpassung vorhandener Zuchtmethoden wurden Massenzuchten verschiedener Diabrotica-Stämme etabliert. Für ein Teilprojekt einer Arbeitsgruppe am Julius-Kühn-Institut in Darmstadt wurden 10.000 Diabrotica-Larven angezogen und präpariert.
Die Ergebnisse dieses Projekts zeigen,
-
dass transgener Mais der Sorte MON 88017 keinen Einfluss auf die Sterblichkeit und Fruchtbarkeit ausgewachsener Maiswurzelbohrer besitzt
-
und dass zwischen dem verwendeten Labor- und dem ungarischen Feldstamm signifikante Unterschiede bestehen. Versuchsergebnisse, die mit dem Laborstamm gewonnen wurden und werden, sind daher auf ihre Übertragbarkeit zu prüfen.
Versuchsbeschreibung
Die Arbeiten mit der Quarantäne-Art Diabrotica wurden ausschließlich in speziellen Sicherheitslabors und Gewächshäusern durchgeführt.
|
|
Aufbau einer Massenzucht und Präparation von LarvenEs wurden Zuchtmethoden entwickelt, die eine konstante Verfügbarkeit der Testorganismen für die Versuche im Projektverbund sicherstellen. Für Untersuchungen möglicher Resistenzmechanismen gegen Bt‑Toxine (Teilprojekt am JKI Darmstadt) wurden insgesamt 10.000 Mitteldärme und Darmepithelien aus herangezogenen Diabrotica-Larven präpariert. Diät-VergleichUm die Eignung und Akzeptanz künstlicher Diäten für ausgewachsene (adulte) Käfer zu untersuchen, wurden mit einem Freiland- und einem Laborstamm Wahltests durchgeführt. Dazu wurden den Käfern in einer Arena sowohl frisches Futter als auch künstliche Diäten angeboten. Um auch mit Diabrotica-Larven Biotests durchführen zu können, wurde parallel eine künstliche Diät für Diabrotica-Larven entwickelt. Vergleich der biologischen Leistung verschiedener Diabrotica-Stämme/BiotestDie Zucht von Wurzelbohrern unterschiedlicher Herkunft - Laborstamm (USA), Freiland (SE-Europa) - wurde im Labor etabliert und kontinuierlich fortgeführt. Im Biotest wurde die biologische Leistung (Sterblichkeit, Gewicht, Fruchtbarkeit, etc.) in vier Fütterungsvarianten (transgener Mais (MON88017), isogener Mais (DKC 5143), Vergleichssorte (DK 315) und künstliche Diät) mit Tieren des Laborstamms durchgeführt. Parallel erfolgte die Testung von Käfern des ungarischen Feldstamms mit der künstlichen Diät und der Vergleichssorte (DK 315). Je Variante wurden in zwölf Wiederholungen vier Weibchen mit sechs Männchen über acht Wochen gehalten. Es wurden die Sterblichkeit/Lebensdauer sowie die Anzahl abgelegter Eier erfasst. Die Cry3Bb1-Gehalte des angebotenen Futters wurde mit der Nachweismethode ELISA überprüft.
|
Ergebnisse












