Serie: Das Jahr im Versuchsfeld, Teil 2
SiFo-Projekt:
Auswirkungen von Bt-Mais auf verschiedene Arthropoden
Zeit der "Pollenfresser"
Anfang August 2002. Das Maisfeld ist zum Urwald geworden. Der Mais ist in den letzten drei Wochen um fast einen Meter in die Höhe geschossen - trotz Regen. Er ist mehr als mannshoch und steht in voller Blüte.
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Kein Mensch zu sehen, nur ein lautes Rascheln verrät, dass jemand im Feld ist. Der Urwald teilt sich und Achim Gathmann, der Projektleiter, erscheint am Feldrand, gelb eingestäubt, in der Hand ein großes Glas. "Zum Pollen sammeln" erklärt er. Der Boden ist aufgeweicht vom vielen Regen und es sieht schon wieder nach Regen aus. Der Pollen stäubt deshalb nicht ganz so doll. Aber selbst bei diesem Wetter reicht es aus, die Maispflanzen nur zu streifen und schon rieseln Wolken von Pollenstaub herab. Standard für MaispflanzenWie jede Woche wird auch heute genau festgehalten, wie weit die Entwicklung der Maispflanzen fortgeschritten ist. Das wird gemacht, damit später die Probennahmen zugeordnet werden können. Drei Pflanzen pro Parzelle werden ausgewählt und zwar solche, die in der Entwicklung am weitesten sind. Zunächst wird die Höhe gemessen. 2,35 Meter. In einer Standardtabelle - so genannter BBCH-Standard für zweikeimblättrige Pflanzen - sind die Entwicklungsstufen genau beschrieben, festgelegt und mit einer Nummer versehen. "Laut Tabelle haben wir haben jetzt Entwicklungsstand 65", erläutert René Mause, ein Mitarbeiter des Projektes. 65 bedeutet, die männlichen Blütenstände sind in voller Blüte, also obere und untere Rispenäste blühen, und die Narbenfäden der weiblichen Blüten sind vollständig ausgebildet. Pollen und "Pollenfresser" sammelnSeit der Mais blüht, kommen für die Mitarbeiter des Projektes - neben dem Fallenentleeren und der Bonitur an ausgewählten Pflanzen - einige neue Aufgaben hinzu. So wird jetzt Pollen gesammelt sowohl vom Bt -Mais als auch von derisogenen Kontrolle, d.h. von der gleichen Sorte ohne gentechnische Veränderung. Dazu werden die männlichen Rispen in ein Glas gehalten und abgeschüttelt. Der gesammelte Pollen wird eingefroren. Er wird später gebraucht für Labortests z.B. mit Schmetterlingsraupen, an die der Pollen dann verfüttert wird. Und es werden während der Blühphase des Mais die Blüten besuchenden Insekten erfasst, das sind vor allem "Pollenfresser". Auch sie werden von den männlichen Blüten einzelner Pflanzen abgeschüttelt mit Hilfe eines Klopfschirmes oder auch Klopftrichters. Diesen "High-Tech"-Apparat haben sich die Mitarbeiter des Projektes selbst gebastelt. Er besteht aus dem Rahmen eines alten Küchensiebes, einer Plastiktüte und jeder Menge Klebeband. Ganz unten an der Apparatur hängt ein kleines Glas in dem die Tiere nach der Schüttelprozedur landen. Zwei mal wird während der Blütezeit an fünf Stellen pro Parzelle und dort jeweils an fünf Pflanzen dieser Klopfschirm eingesetzt. Warten auf den MaiszünslerVereinzelt sind die Fraßspuren des Maiszünslers schon zu sehen. Er bohrt sich oben in den Stängel, da wo die Pflanze weich und nahrhaft ist, und frisst sich dann von oben nach unten weiter durch. Das Bohrloch des Zünslers ist eine Schwachstelle der Pflanze, die sie anfällig macht für Krankheitserreger. Und irgendwann wird der Stängel dann abknicken.
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- SiFo-Projekt: Effekte des Anbaus von Bt-Mais auf verschiedene in Maisfeldern vorkommende Arthropoden









