Westlicher Maiswurzelbohrer
Ein Schädling erobert Europa
Erstmalig wurde er im Juli 2007 auch in Deutschland, im Baden-Württembergischen Ortenaukreis gesichtet. Der Westliche Maiswurzelbohrer hält seit seinem ersten Auftauchen in Europa Anfang der 90er Jahre Wissenschaftler, Landwirte und Behörden in Atem. Eingeschleppt aus den USA, droht der Käfer nun auch den europäischen Maisanbau nachhaltig zu schädigen.
In einem europäischen Projekt zu Diabrotica fanden Wissenschaftler außerdem heraus, dass der Schädling sich nicht allein von Mais ernährt. 73 Prozent aller Unkrautarten der untersuchten Felder wurden in Käfern nachgewiesen. Da Mais relativ schnell abblüht, sehen sich die erwachsenen Käfer im Spätsommer nach alternativen Futterquellen auch außerhalb der Maisfelder um. Dadurch erhöht sich das Ausbreitungspotenzial.
Aber auch die Larven können an Gräsern oder an Getreide mit hoher Wahrscheinlichkeit überleben und die Population könnte sich so auch bei einem Fruchtwechsel erhalten. Pflanzen, die wie der Mais einkeimblättrig sind wie etwa Winterweizen oder anderes Getreide, sind als Folgefrucht deshalb problematisch.
Maßnahmen in der EU
Im Oktober 2003 hat die EU-Kommission Mindestmaßnahmen beschlossen, um eine Verbreitung des Schädlings in Europa zu verhindern. Diese EU-Vorgaben wurden in Deutschland 2008 in eine Verordnung umgesetzt. Demnach muss das Erstauftreten des Schädlings mit Lockstofffallen überwacht werden, um Befallsstellen herum müssen bestimmte Radien als Sicherheitszone abgegrenzt werden, es darf nicht mehr Mais auf Mais angebaut werden und zusätzlich werden Insektizide eingesetzt, die entweder in den Boden ausgebracht oder zur Beizung des Saatguts verwendet werden. Bei der Beizung von Maissaatgut gab es allerdings 2008 Probleme: Das Pflanzenschutzmittel haftete nicht ausreichend an den Maiskörnern und setzte sich auch auf den Blüten ab. Das führte zu einem flächendeckenden Bienensterben am Oberrhein. Seitdem ruht die Zulassung von Beizmitteln für Maissaatgut.
Bekämpfungsmaßnahme Bt-Mais
In den USA werden seit einigen Jahren gentechnisch veränderte Maissorten angebaut, ein Bt-Protein bilden, das gezielt gegen den Maisswurzelbohrer wirkt. In Europa sind einige Bt-Maislinien mit Diabrotica-Resistenz für die Einfuhr und zur Verwendung als Futter- und Lebensmittel zugelassen, nicht aber für den Anbau. Ein vom BMBF geförderter Forschungsverbund befasste sich von 2005 bis 2008 damit, ob ein Anbau von Diabrotica-resistentem Bt-Mais MON88017 schädliche Auswirkungen auf Umwelt und Biodiversität haben könnte. MON88017 darf seit Ende 2009 als Lebens- und Futtermittel importiert werden, eine Zulassung für den Anbau wurde 2008 beantragt.









