Maiszünsler
Ein raffinierter Schädling
In Süddeutschland und im Oderbruch ist er schon weit verbreitet, in Mecklenburg-Vorpommern hat er auf seinem kontinuierlichen Weg nach Norden nun die Ostseeküste erreicht: der Maiszünsler. Der unscheinbare grau-braune Schmetterling ist ein bedeutender Maisschädling. Bei starkem Befall kann er bis zu 50 Prozent Ertragsverluste verursachen. Mit konventionellen Mitteln ist er nur schwer zu bekämpfen.
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European corn borer - der in Nordamerika gebräuchliche Name erinnert an die Herkunft: Der Maizünsler (Ostrinia nubilalis) stammt aus Europa und wurde um 1910 in die USA eingeschleppt. Inzwischen hat er sich weltweit in allen Maisanbaugebieten ausgebreitet. In Deutschland ist der Maiszünsler vor allem in den Maisanbaugebieten Süddeutschlands anzutreffen, aber auch im Oderbruch und südlich von Berlin gibt es "Befallsinseln". Da er wenig natürliche Feinde hat und in den Maisfeldern ideale Lebensbedingungen vorfindet, wandert der kleine Falter seit etwa 1930 immer weiter Richtung Norden. In Mecklenburg-Vorpommern hat er inzwischen die Ostseeküste erreicht. 2006 wurde erstmals auch in Niedersachsen Maiszünsler-Befall festgestellt. Hier ist der Schädling bereits bis nach Lüchow-Dannenberg vorgedrungen. In Nordrhein-Westfalen verläuft die Befallsgrenze südlich von Münster und erreicht im Westen den Kreis Kleve bei Emmerich. Seit 2006 breitet sich in Baden-Württemberg, südwestlich von Freiburg, eine neue Rasse des Maiszünslers aus, die zwei Generationen im Jahr durchläuft. Die erste Falter-Generation fliegt bereits Ende Mai in die Felder ein, der zweite Falterflug ist dann zwischen Mitte Juli bis Mitte September. Durch die zweite Generation wird der Mais insbesondere durch Raupenfraß an den Kolben geschädigt. 2009 wird die Befallsfläche auf bereits etwa 8000 Hektar geschätzt. Nach Berechnungen der früheren Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (heute Julius-Kühn-Institut) verursacht der Maiszünsler jährlich einen Schaden von 11 bis 12 Millionen Euro. Wenig Wirkung, viel AufwandEs gibt verschiedene Strategien gegen den Zünsler. Ihre Nachteile: unzureichende Wirkung und ein hoher Aufwand für den Landwirt.
Da es kein effektives konventionelles Konzept gibt, verzichten viele Landwirte auch in Befallsgebieten auf gezielte Maßnahmen gegen den Zünsler. Man nimmt die Ernteverluste in Kauf. Dem Zünsler folgen die SchimmelpilzeDer Zünsler sorgt jedoch nicht nur für Ernteeinbußen. Seine Fraßspuren sind auch Einfallstore für Pilzsporen. Sie finden im Inneren des Maisstängels ideale Entwicklungsmöglichkeiten: Es siedeln sich Schimmelpilze an - darunter auch solche, die extrem giftige Stoffwechselprodukte (Mykotoxine ) bilden. Futter- und Lebensmittel aus Zünsler-befallenen Maispflanzen sind stärker mit Mykotoxinen belastet als solche aus zünslerfreien Beständen. Bt-Mais: Eine völlig neue Strategie gegen den Zünsler hat die Gentechnik eröffnet. Durch sie wird das aus den klassischen Bt-Präparaten bekannte Toxin innerhalb der Pflanze produziert. Damit werden die Zünslerlarven auch dort angegriffen, wo sie bei allen bisherigen Konzepten sicher waren: im Inneren des Stängels. Seit 2005 sind in Deutschland verschiedene Sorten des Bt-Maises MON810 für den Anbau zugelassen, die 1998 erteilte EU-weite Genehmigung für MON810 wurde aber im April 2009 in Deutschland ausgesetzt. Die Anbauflächen mit Bt-Mais waren zwischen 2005 und 2008 zwar kontinuierlich angestiegen und beliefen sich 2008 auf 3.171 Hektar. Das sind aber nur etwa 0,15 Prozent der gesamten Maiserzeugung.
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