Sicherheitsforschung Mais
Warten auf Diabrotica
Am 23.Juli 2007 wurde der Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgigera) nun erstmalig in Deutschland, in Lahr Hugsweiler im Westen Baden-Württembergs, gefangen. Seit der Schädling im Herbst 2003 bei Basel und zuletzt im Juli 2005 bei Maastricht gesichtet wurde, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis er die Grenze zu Deutschland überschreiten würde. Entsprechend wird intensiv über Bekämpfungsstrategien nachgedacht. Eine Option ist gentechnisch veränderter Bt-Mais, der gegen Diabrotica resistent ist. Er befindet sich in Europa im Zulassungsverfahren, allerdings bisher nicht für den Anbau. In zahlreichen Projekten beschäftigt sich die Sicherheitsforschung aber bereits mit möglichen ökologischen Auswirkungen von Diabrotica-resistentem Bt-Mais.
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Als neue Option der Bekämpfung des Maiswurzelbohrers wurde Ende Februar 2003 eine gentechnisch veränderte Maislinie (Mon863; YieldGard Rootworm Corn) in den USA genehmigt, die 2005 dort bereits auf etwa zwei Millionen Hektar angebaut wurde. Ähnlich wie bei dem bekannten Konzept gegen den Maiszünsler wird auch in diesen gentechnisch veränderten Maispflanzen ein Bt‑Toxin gebildet, das spezifisch gegen den Wurzelbohrer wirkt. Das Gen (cry3Bb1) stammt aus einer Unterart von Bacillus thuringiensis (B. t. ssp. kurmamotoensis). Anders als MON810, der gegen den Maiszünsler wirksam ist, bildet MON863 mehr Toxin in den Wurzeln, hat aber insgesamt einen geringeren Toxingehalt. In Europa wurde MON863 zur Einfuhr und Verwendung als Futtermittel im August 2005 durch Beschluss der EU-Kommission zugelassen. Eine Entscheidung über die Zulassung als Lebensmittel steht noch aus. Außer MON863 befinden sich noch weitere Events mit einer Resistenz gegen den Wurzelbohrer im europäischen Zulassungsverfahren. Neue Projekte der Sicherheitsforschung zu Diabrotica-resistentem Mais Eine ganze Reihe der vom BMBF geförderten Projekte zur Sicherheitsforschung beschäftigt sich mit Diabrotica- resistentem Bt-Mais. In einem Freilandversuch werden mögliche ökologische Auswirkungen des Anbaus sowie mögliche Resistenzentwicklungen beim Maiswurzelbohrer untersucht. Ziel ist insbesondere auch, die methodischen Ansätze für ein anbaubegleitendes Monitoring zu verbessern. |
| Die Projekte: | |
| RWTH Aachen | Mais-Ökosystem: Auswirkungen auf Arthropoden der Krautschicht, direkt mit Diabrotica verwandte Arten, Pollenfresser und Blüten besuchende Insekten |
| Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Freising | Auswirkungen auf am Boden lebende Raubarthropoden (Laufkäfer und Spinnen) sowie Zellsaft saugende Insekten wie Zikaden und Blattläuse |
| Biologische Bundesanstalt (BBA) (seit 2008 JKI) Darmstadt | Aktivierung und Wirksamkeit von Bt-Toxin im Darm von Diabrotica (Erforschung der Ursachen von Resistenzen) Wirkung von Bt-Toxin auf Nicht-Zielorganismen; Biotest mit Kartoffelkäferlarven |
| BBA (seit 2008 JKI)Braunschweig | Auswirkungen auf Dipteren/ Trauermückenarten und deren Fraßfeinde |
| Institut für Biodiversität -Netzwerk e.V., Regensburg | Entwicklung eines Biotests mit Nematoden zum Nachweis der Bioverfügbarkeit und Toxizität von Bt-Toxinen im Boden |
| BTL Bio-Test Labor GmbH, Sagertheide | Erarbeitung einer Methode zur Prüfung der Toxizität von Bt-Maiswurzeln auf Diabrotica für Sensitivitätsstudien bei einem späteren Resistenzmanagement |
| Universität Göttingen | Risikoabschätzung der Resistenzentwicklung bei Diabrotica gegenüber Bt-Mais durch alternative Wirtspflanzen |
| Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) (seit 2008 vTI), Braunschweig | Überdauerung und bodenmikrobiologische Auswirkungen des Cry3Bb1-Gens und -proteins |
| Dienstleistungszentrum ländlicher Raum (DLR), Neustadt/ Weinstraße | Methoden zum Nachweis von Cry3Bb1 |
| Universität Göttingen | Verhalten des Cry3Bb1-Proteins in den Böden der Freisetzungsfläche |
| Universität Hannover | Methoden zur Definition tolerabler Sicherheitsgrenzen, Bereitstellung biostatistischer Verfahren und Software zur Planung und Auswertung von Feldversuchen |
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