Kulturpflanze Mais
Nahrungsmittel, Viehfutter und industrieller Rohstoff
Am besten gedeiht der Mais mit viel Wasser, Licht und Wärme, bei Temperaturen von 20 - 24 Grad. Solche Bedingungen findet er eigentlich nur in seiner tropischen Heimat vor. Dennoch konnte der Maisanbau immer weiter in die klimatisch ungünstigen nördlichen Breiten vordringen, weil es immer effektivere, an die jeweiligen klimatischen Verhältnisse angepasste Sorten gibt. Sorten, die die Frühjahrskälte aushalten, die früher reifen, die standfest sind, sich gegen Schädlinge zu wehren wissen und obendrein auch noch höhere Erträge bringen.
Hybridmaiszüchtung
Um etwa 1910 begann in den USA die Züchtung von Hybridmaissorten. Man hatte zweierlei herausgefunden: Wenn die Maispflanzen sich selbst befruchten, entstehen Nachkommen, die nicht sehr vital sind und schlechter wachsen. Kreuzt man dann aber diese Inzuchtlinien miteinander, dann wachsen diese besonders gut und bringen hohe Kornerträge. (Heterosiseffekt). Diese Erkenntnis revolutionierte die Züchtungspraxis und führte in der Folge zu enormen Ertragssteigerungen und Flächenausweitungen im Maisanbau weltweit.
Das Saatgut für Hybridmais muss in jedem Jahr erneuert d.h. neu eingekauft werden, da aus Hybriden gewonnenes Saatgut deutlich weniger produktive Nachkommen hervorbringt.
Anbau und Verbreitung
Insbesondere durch die Erfolge der Hybridmaiszüchtung haben sich die Maisanbauflächen in Deutschland zwischen 1960 und 1990 enorm ausgeweitet. Heute werden 2,1 Millionen Hektar Mais angebaut. Davon sind etwa 1,6 Millionen Hektar Silomais und 0,5 Millionen Hektar Körnermais. Von 1960 bis heute hat sich der durchschnittliche Ertrag bei Silomais verdoppelt und bei Körnermais sogar verdreifacht.
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Mais wird heute überwiegend als Tierfutter angebaut, dient also weitgehend nur sekundär der menschlichen Ernährung. Genutzt werden hierfür nicht nur die Körner und Kolben, sondern auch die ganze Pflanze. Im Silomaisanbau wird die ganze Pflanze noch vor der Reife der Körner abgemäht, gehäkselt und zu Silage - durch Gärung konserviertes Grünfutter- verarbeitet. Unmittelbar aus Mais hergestellte Nahrungsmittel sind in Europa im wesentlichen Popcorn und Cornflakes, wenig Zuckermais als Gemüse sowie die Maisstärke (Mondamin). Aus den Samenkeimen des Maises wird das vitaminreiche Maiskeimöl hergestellt. Auch wenn in Deutschland nach wie vor die Kartoffel der wichtigste Stärkelieferant ist, so nimmt die Bedeutung von Mais für die Stärkeindustrie doch stetig zu. Die im Maiskorn gebildete Stärke findet sich mittlerweile in mehr als 500 Produkten des täglichen Lebens wieder. Sie ist Trägersubstanz und Verdickungsmittel, Klebstoff und Beschichtungsmaterial, zu Sirup verarbeitet ist sie Zuckerersatz mit konservierenden und stabilisierenden Fähigkeiten. Etwa die Hälft der Maisstärke wird in der Lebensmittelindustrie verarbeitet, die andere Hälfte als Nachwachsender Rohstoff in der Papier- und Verpackungsindustrie, in der Textilherstellung, für Chemikalien, Pharmazeutika und vieles andere mehr. In den letzten Jahren wird Mais auch zunehmend zur Energiegewinnung angebaut. In Deutschland betrug 2009 die Maisanbaufläche für die Biogasproduktion mehr als 300.000 Hektar. |







