Gerste
Es wird noch eine Weile dauern, bis gentechnisch veränderte Gerstenlinien das Entwicklungsstadium hinter sich lassen und reif für eine Marktzulassung sind. Geforscht wird unter anderem daran, wie Gerste als Tierfutter besser verdaulich und als Rohstoff für Brauereien besser verwertbar gemacht werden kann. Ein weiteres vorrangiges Züchtungsziel ist es, Gerste vor Pilzerkrankungen zu schützen. Mit pilzresistenten Gerstenlinien beschäftigen sich auch zwei Sicherheitsforschungsprojekte der Universität Gießen.
Nachdem die Freisetzungsflächen mit gentechnisch veränderter Gerste in den letzten Jahren mehrfach zerstört wurden, will die Universität Gießen ihre Versuche ab 2009 in Mecklenburg-Vorpommern fortsetzen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Freisetzung Anfang Mai 2009 genehmigt.
Forschung live
- "Es besteht die Hoffnung, mit einzelnen gezielt einsetzbaren Genen Resistenzen zu erzeugen." Ein Gespräch mit Karl-Heinz Kogel über Pilzresistenz bei Getreide
- Mykorrhiza - eine gelungene Symbiose. Sicherheitsforschung Gerste
- "Uns interessiert das Bodenleben." Ein Gespräch mit Karl-Heinz Kogel über den Freilandversuch mit gv-Gerste in Gießen
Hintergrund
Forschung Info
- Aktuelles Projekt: Transgene pilzresistente Gerste - Auswirkungen auf pathogene und nützliche Pilze, Universität Gießen
- Aktuelles Projekt: Transgene pilzresistente Gerste – Auswirkungen auf Genexpression und Inhaltsstoffe, Universität Erlangen-Nürnberg
Weizen: Trockentoleranz
Trockenheit und andere ungünstige Klimabedingungen haben in vielen Ländern zu sinkenden Getreideernten geführt. Besonders betroffen ist Australien. Die Agrarforschung dort setzt auf die Gentechnik, um neue Weizenlinien zu entwickeln, die auch bei Trockenheit gleich bleibende Erträge liefern.
Auch in diesem Jahr werden in Australien Freisetzungsversuche mit trockenresistentem Weizen durchgeführt. Über die bisherigen Ergebnisse und die weiteren Perspektiven sprach bioSicherheit mit German Spangenberg. Er leitet das Agrarforschungsinstituts des Bundesstaats Victoria im Südosten Australiens.
Hintergrund
Weizen: Pilzresistenz
Schon lange bemühen sich die Züchter um Weizen mit erhöhter Widerstandskraft gegen Pilzkrankheiten - bisher mit durchwachsenem Erfolg. Fusarien oder Mehltau führen nicht nur zu Ertragsausfällen, sondern produzieren zudem giftige Stoffwechselprodukte. Andere Pilze wie der Weizenflugbrand verbreiten sich über die Samen.
Mit gentechnischen Verfahren wird es möglich, die Strategien, mit denen sich andere Pflanzen oder Mikroorganismen natürlicherweise gegen Pilze schützen, auch auf Weizen oder andere Getreidearten zu übertragen. Erste Freilandversuche mit einem fusarien-resistenten gv-Weizen wurden 2004 von Gentechnik-Gegnern zerstört. Ab 2009 soll erneut gv-Weizen im Freiland gestestet werden.
Hintergrund
- Freilandversuche mit gv-Weizen 2008: Ein raffiniertes Konzept gegen Weizenflugbrand
- Ziel Pilzresistenz: Interessant, aber schwierig. Versuch mit gv-Weizen endgültig zerstört (April 2004)
Weizen: Proteinanreicherung
Wissenschaftler am Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) haben einen Weg gefunden, den Proteingehalt in Weizenkörnern zu erhöhen. Dazu haben sie bestimmte Gene aus Gerste und Ackerbohne auf Weizen übertragen. Im Herbst 2006 begannen Freilandversuche, um das Konzept unter realistischen Bedingungen zu überprüfen.
Auf dem Gelände des Instituts befindet sich auch die Genbank, eine der größten der Welt. Seit vielen Jahren lagern dort weit über hunderttausend Pflanzenmuster, auch Weizen. Im Sommer wird ein Teil davon im Feld angebaut und vermehrt. Kritiker befürchten, der gv-Weizen könnte die wertvollen Bestände der Genbank "verunreinigen".
Hintergrund
- Interview mit dem Leiter der Genbank Prof. Andreas Graner: "Wir haben sechzig Jahre Erfahrung bei der Vermehrung von Weizensamen." (März 2007)
- Weizen mit mehr Protein in den Körnern. Freisetzungsversuch mit gv-Weizen genehmigt (Dezember 2006)



