Mathematisches Modell zu gentechnisch verändertem Mais
Selbst bei flächendeckendem Anbau von Bt-Mais kaum Gefährdung für Schmetterlinge
Wissenschaftler aus fünf europäischen Ländern haben ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem die Gefährdung von Schmetterlingen durch gentechnisch veränderten Bt-Mais abgeschätzt werden kann.
Gentechnisch veränderter Bt-Mais bildet in allen Pflanzenteilen und damit auch im Pollen Bt‑Protein Cry1Ab. Dieses Protein wirkt spezifisch gegen den Schädling Maiszünsler, einen Schmetterling. Auch andere Schmetterlingsarten könnten durch Bt-Mais gefährdet sein.
Außer für einige Schädlinge wie den Maiszünsler ist Mais in Europa jedoch keine wichtige Futterquelle für Schmetterlinge. Deshalb kommen Schmetterlinge nur dann mit Bt-Protein in Berührung, wenn sie es mit dem Maispollen auf ihren Wirtspflanzen wie etwa der Brennnessel aufnehmen.
Das Modell errechnet, welche Pollenmengen die Larven der drei Schmetterlingsarten unter verschiedenen Voraussetzungen aufnehmen. Um zu ermitteln, ob sie ausreichen, um Schmetterlinge tatsächlich zu schädigen, muss man wissen, welche Mengen an Bt-Protein bestimmte Wirkungen - etwa erhöhte Sterblichkeit oder verzögerte Entwicklung - hervorrufen. Dazu wurden publizierte Daten aus verschiedenen Fütterungsstudien im Labor sowie auch aus Pollenmessungen im Freiland ausgewertet. Dabei wurden auch die jeweils "ungünstigsten" Daten berücksichtigt, bei denen die möglichen Beeinträchtigungen für die Schmetterlinge vermutlich am größten sind (worst case).
In die Modellberechnung flossen insgesamt elf verschiedene Parameter ein, um die Pollenexposition so abzubilden, wie sie unter natürlichen Bedingungen stattfindet.
Für die Modellierung wurden berücksichtigt:
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verschiedene "physikalische Effekte", etwa dass Pollen vom Regen abgewaschen wird, die Larven an der Unterseite der Blätter fressen und nicht an der Mittelrippe des Blattes, wo sich der meiste Pollen befindet;
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die nur teilweise zeitliche Übereinstimmung von Maisblüte und empfindlichen Larvenstadien der Schmetterlinge;
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die Dichte der Wirtspflanzen im Feld und am Feldrand;
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die durchschnittliche Größe eines Maisfeldes in Hektar sowie die durchschnittliche Breite eines Feldrandes in Metern;
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regionale räumliche Faktoren wie der Anteil der Felder in einer Region, die mit Mais bestellt werden, der Anteil der Wirtspflanzen, die in den Feldern und an den Feldrändern wachsen;
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der Anteil an Bt-Mais MON810 an den Maisflächen. Da nur in Spanien Bt-Mais in nennenswertem Umfang angebaut wird und für die anderen EU-Ländern keine Prognosen möglich sind, wurde die Modellierung auch mit dem größten Anteil (80 Prozent) durchgerechnet, der möglich ist, wenn Bt-Mais uneingeschränkt angebaut werden dürfte.
Ergebnisse: Kaum erhöhte Sterblichkeit
Die mit diesem Modell abgeschätzten Auswirkungen auf Schmetterlinge waren sehr gering. In allen Regionen war die maximale errechnete Sterblichkeitsrate bei Tagpfauenauge und Admiral weniger als einer von 1572 Schmetterlingen, bei der Kohlmotte eine von 392. Im Mittel aller Regionen lag sie für Tagpfauenauge und Admiral bei einem von 5000, für die Kohlmotte bei einer auf 4367.
Wenn in der Simulation zusätzlich berücksichtigt wird, dass es beim Pollenflug zu sehr unterschiedlichen Ablagerungen und ungewöhnlich dichten Anhäufungen von Pollen kommen kann, dann steigt die Sterblichkeitsrate um nicht mehr als ein Drittel.
Die Autoren räumen ein, dass für einige der Faktoren nur eingeschränkt verfügbare Daten vorhanden waren, dennoch seien die Voraussagen ausreichend robust, da die Schätzungen eher übervorsichtig waren und worst-case-Szenarien abbilden. Zudem wurden die empfindlichsten Arten und Larvenstadien ausgewählt und der Bt-Mais-Anteil unrealistisch hoch angesetzt. Die tatsächliche Exposition könnte deutlich niedriger liegen.
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Wolfgang Pfister schrieb am 28.01.2010 um 14:33
Wer hat die Studie beauftragt, welche Firmen(-interessen) stehen dahinter?
Wer bezahlt die Wissenschaftler? Von welchen Firmen haben die Wissenschaftler/Institute Drittmittel erhalten/eingeworben?
Welche wissenschaftlichen Feldversuche mit wievielen Spezies pro Art sind zur Verifizierung der Modellrechnung gemacht worden? Wie hoch ist Fehlertoleranz des Endergebnisses (11 Variable!!) ?
Wolfgang Pfister
gry w ruletke schrieb am 5.02.2010 um 21:04
Ich denke das ist eh nur ne Modeerscheinung.