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Fragen und Antworten

Was ist Bt-Mais?

Mit "Genmais" ist in der Regel gentechnisch veränderter Bt-Mais gemeint. Was ist eigentlich Bt-Mais?

Bt-Mais ist Mais, der durch eine gentechnische Veränderung einen insektiziden Stoff - Bt-Protein - bildet, der bestimmte Fraßinsekten abtötet. Das Gen, das in den Mais übertragen wurde, stammt aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis. Daher das Kürzel Bt. Die insektizide Wirkung dieses Bakteriums ist seit langem bekannt. Im Gegensatz zu vielen chemischen Insektiziden ist Bt-Protein für den Menschen harmlos und wird schnell abgebaut. Deshalb werden Bt-Präparate insbesondere im ökologischen Landbau als biologisches Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

Was ist Bt-Protein und wie wirkt es?

Bt-Protein ist ein Eiweiß, das von Bacillus thuringiensis zunächst in einer ungiftigen Form gebildet wird. Erst im Darm bestimmter Fraßinsekten wird es in eine giftige Variante umgewandelt.

Es gibt viele verschiedene Bt-Proteine, deren Wirkung aber jeweils nur auf bestimmte Insektengruppen beschränkt ist. CryI z.B. wirkt spezifisch gegen bestimmte Schmetterlinge, CryIII gegen bestimmte Käfer.

Unterscheidet sich Bt-Protein, das in Bt-Mais gebildet wird, von dem Protein, das in Pflanzenschutzmitteln Verwendung findet?

Die Proteine in Bt-Pflanzen und in Bt-Präparaten sind in ihrer Wirkung vergleichbar. In beiden liegen sie in einer Vorstufe vor, die erst im Darm durch bestimmte Enzyme in aktives Protein umgewandelt wird. Unterschiedlich ist, dass die in die Pflanze eingeführten Bt-Gene verkürzt und an die Pflanze angepasst worden sind. Das Protein liegt dort nicht als Kristall, sondern gelöst vor.

Gegen welche Maisschädlinge ist Bt-Mais wirksam?

Maiszünsler

Maiszünsler (weibl.)

Weltweit werden vor allem Bt-Mais-Sorten kommerziell genutzt, die eine Resistenz gegen den Maiszünsler besitzen. Auch der in Europa für den Anbau zugelassene Bt-Mais MON810 bildet Bt-Protein Cry1Ab, das spezifisch für diesen Schädling giftig ist.

Der kleine grau-braune Schmetterling ist ein bedeutender Maisschädling. Nach einer Schätzung des Julius-Kühn-Instituts (ehemals Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft) verursacht der Maiszünsler in Deutschland einen jährlichen Schaden zwischen elf und zwölf Millionen Euro. Die Larven des Zünslers fressen sich im Verlauf der Vegetationsperiode durch den Stängel. Schon bei leichten Beanspruchungen knickt die so geschwächte Pflanze ab. Der Maiszünsler ist in allen südlichen und südöstlichen europäischen Maisanbaugebieten verbreitet. Noch 1960 beschränkte sich das Vorkommen in Deutschland auf einzelne Gebiete im Süden. Seitdem ist der Zünsler kontinuierlich Richtung Norden gewandert und hat inzwischen die Ostseeküste erreicht.

Welche Vorteile bringt Bt-Mais?

In Regionen mit hohem Zünslerbefall hat Bt-Mais gegenüber anderen Bekämpfungsmethoden deutliche Vorteile: Er wirkt gezielt, effektiv und zuverlässig. Der Landwirt kann auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Zünslerbekämpfung verzichten, er spart Arbeitszeit und Kosten für den Maschineneinsatz. Zudem vermeidet er Ertragseinbussen durch abgeknickte Pflanzen, die bei starkem Zünslerbefall bis zu dreißig Prozent betragen können.

Treten die Schädlinge nur vereinzelt auf, lohnt sich ihre Bekämpfung nicht. Die Landwirte nehmen dann geringe Ausfälle in Kauf.

Bt-Mais kann aber noch einen weiteren Vorteil haben: eine geringere Belastung durch Pilzgifte. Über Fraßverletzungen, die von den Zünslerlarven hervorgerufen werden, können Erreger von Pilzkrankheiten in die Maispflanze eindringen. Einige dieser Pilze, etwa Fusarien, produzieren hochwirksame Gifte (Mykotoxine), welche die aus Mais hergestellten Futter- und Lebensmittel belasten. In mehreren Untersuchungen wurde bestätigt, dass Bt-Maispflanzen in der Regel weniger Mykotoxine aufweisen als herkömmliche Maispflanzen.